(Das Logo wurde von Robert Krüger erstellt und uns dankenswerterweise zur Verfügung gestellt)
Erste Impressionen vom Eröffnungsgottesdienst mit Erzbischof Herwig Gössl am 09.11.2025 (Vielen Dank Christoph Bäuerlein)
Alle Termine im Überblick
Achtung:
Der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Günter Dippold am 27.11. hat sich geändert. Der richtige Titel lautet:
Die Gründer der Pfarrei Kleukheim. Fürstbischof Johann Georg Fuchs von Dornheim und Weihbischof Friedrich Förner im Spiegel ihrer Zeit.
Einladung zur Auferstehungsfeier mit anschließendem Osterfrühstück
Am Ostersonntag, den 5. April, lädt die Pfarrei Kleukheim herzlich zum Osterfrühstücksbuffet ein.
Um 5:00 Uhr beginnt in der Kirche die Auferstehungsfeier.
Im Anschluss daran findet das Osterfrühstück im Pfarrsaal statt.
Es erwartet Sie ein reichhaltiges Buffet mit:
• Brötchen und Brot
• Eier
• Marmelade und Honig
• Müsli
• Käse
• verschiedenen Wurstsorten
• Kuchen
• Kaffee und Tee
Der Preis für das Buffet beträgt 13 € pro Person,
Kinder bis 10 Jahre zahlen den halben Preis.
Zusätzlich wird Sekt (Piccolo) für 2,50 € angeboten.
Für Kinder gibt es Kaba.
Eine Voranmeldung bis Montag, 30.03.2026 bei Brigitte Esselberger unter Telefon 09547/7316 oder Christoph Bäuerlein unter 09547/6785 ist erforderlich.
Wir freuen uns auf ein gemeinsames Frühstück in geselliger Runde.
Inhaltsverzeichnis
Die Gründung der Pfarrei (1625–1628)
Wiederaufbau und barocke Blüte im 17. und 18. Jahrhundert
Pfarrer Baumgärtner und die Zeit am Ende des Alten Reiches
Herausforderungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts
Am 11. November 1625 unterzeichnete der damalige Bamberger Weihbischof und Generalvikar Friedrich Förner im Auftrag des Fürstbischofs und Landesherrn Johann Georg Fuchs von Dornheim den Fundationsbrief, die Gründungsurkunde der Pfarrei St. Wolfgang in Kleukheim. Zur neuen Pfarrei gehörten neben dem Pfarrort selbst auch die Ortschaften Oberküps, Unterküps und Kümmel.
Friedrich Förner kannte Kleukheim aus eigener Anschauung. Bereits im Jahr 1611 hatte er die Pfarrei Ebensfeld visitiert, zu der Kleukheim bis dahin gehört hatte. In seinen Aufzeichnungen berichtet er von einer dem heiligen Wolfgang von Regensburg geweihten Ortskapelle in Fachwerkbauweise, die sich in baufälligem Zustand befand. Als Pfarrkirche war sie nicht mehr geeignet.
Daraufhin wurde unter der Leitung des Baumeisters Giovanni Bonalino ein neues Gotteshaus aus Stein errichtet. Die feierliche Weihe erfolgte am Sonntag nach Kiliani im Jahr 1628. Das Pfarrhaus entstand erst in den darauffolgenden Jahren auf Kosten der Gemeinde, weshalb zunächst der Pfarrer von Unterleiterbach die Seelsorge übernahm.
Die bald darauf hereinbrechenden Wirren des Dreißigjährigen Krieges erschwerten eine geordnete pastorale Entwicklung erheblich. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts trat allmählich eine Normalisierung ein.
Der Krieg hatte die Bevölkerung stark dezimiert. In der Folgezeit zogen Familien aus dem Frankenwald zu, darunter die Familie Wachter. Johann Wachter, 1682 in Kleukheim geboren, brachte es später zum Mesner des Stephansdoms und zum Stadtrat in Wien. Seiner Heimat blieb er geistlich verbunden und stiftete bedeutende Kunstwerke, die bis heute erhalten sind: zwei kostbare Barockkelche, einen Kreuzpartikel, ein Reliquiar des heiligen Vitus sowie eine Kopie des Gnadenbildes „Mutter vom Guten Rat“ aus der Augustinerhofkirche in Wien.
Dieses Bild befindet sich heute auf dem Seitenaltar der Pfarrkirche. Es verbindet Kleukheim auf besondere Weise mit dem gegenwärtigen Papst Leo XIV., der als Augustiner dem Gnadenbild von Genazzano – dem Standort des Originals – eng verbunden ist.
Im 18. Jahrhundert wurde zunächst das Pfarrhaus am heutigen Standort neu errichtet. Später folgten der Neubau der Veitskapelle sowie die Erweiterung des Kirchenschiffes durch Hofwerkmeister Konrad Fink, da das bisherige Gebäude zu klein geworden war. Diese Bautätigkeit wie auch das Bevölkerungswachstum zeugen von einer wirtschaftlichen Erholung der Region. Das Wappen des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn über dem Kirchenportal erinnert bis heute an diese Epoche.
Unter Pfarrer Baumgärtner wurde am Ende des Alten Reiches die Filialkirche in Oberküps neu gebaut und eingeweiht. Wie mehrere seiner Amtsvorgänger und -nachfolger geriet er in Konflikt mit den sogenannten „Oberküpser Rebellen“. Der letzte Fürstbischof, Christoph Franz von Buseck, entschied schließlich zugunsten der Bauern.
Pfarrer Baumgärtner wurde – wie zwei weitere Kleukheimer Geistliche – zum Dekan gewählt. Er legte eine Obstbaumzucht an und besorgte mehrere Reliquien, darunter solche des Pfarrpatrons Wolfgang und des Bauernheiligen Wendelin, die bis heute erhalten sind.
Die barocke Frömmigkeit erlebte in jener Zeit ihre Blüte. So trafen 1796 am Wendelinifest nicht weniger als 16 Wallfahrten in Kleukheim ein; wegen des großen Andrangs waren sechs Beichtväter im Einsatz.
Im 19. und 20. Jahrhundert konnte die überwiegend landwirtschaftlich geprägte Region die wachsende Bevölkerung nicht mehr ernähren. Viele Menschen wanderten nach Amerika oder in die Industrieregionen ab. Die Zahl der Gläubigen überschritt daher kaum die Marke von 1000. Seelsorglich stellte insbesondere die hohe Zahl unehelicher Geburten eine Herausforderung dar, der sich die Geistlichen mit zunehmendem Einsatz annahmen.
Eine der markantesten Persönlichkeiten unter den Pfarrern war Wilhelm Würzberger, der von 1905 bis 1936 in Kleukheim wirkte. In einer Region, in der katholische Bauern überwiegend die Bayerische Volkspartei wählten, bildete Kleukheim eine Ausnahme. Hier erzielte die rechtsgerichtete DNVP ungewöhnlich hohe Stimmenanteile. Ein Historiker sprach von einer „DNVP-Insel im schwarzen BVP-Meer“.
Dieser Befund hing wesentlich mit dem Auftreten des Pfarrers zusammen. Würzberger war eine eigenwillige Persönlichkeit, die häufig in Konflikte geriet – nicht zuletzt wieder mit den Oberküpsern. Seine Pfarrakten sind reich an Auseinandersetzungen über liturgische Fragen und organisatorische Belange.
Nach dem Ersten Weltkrieg bewegte er sich zunehmend im nationalistischen Spektrum, trat als Redner auf und veröffentlichte kontroverse Beiträge. 1932 sorgte eine indirekte Stellungnahme zur Versöhnung zwischen Nationalsozialismus und Kirche für bayernweites Aufsehen, was schließlich zu einem Rede- und Schreibverbot führte. Trotz anfänglicher Zustimmung zur Machtübernahme Hitlers wurde er später von den Nationalsozialisten kaltgestellt. Nach einem Hirnschlag kehrte er in seine badische Heimat zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte das kirchliche Leben trotz sich abzeichnender Umbrüche erneut auf. Eine Station der Abendberger Schwestern entstand, Kindergarten und Pfarrheim wurden errichtet, die Gebäude umfassend renoviert.
Bis in die sechziger Jahre nahm die Gemeinde nahezu vollzählig am Gottesdienst teil, wie Erzbischof Schneider anerkennend feststellte. Die Mission wurde tatkräftig unterstützt, zahlreiche Ordensberufe gingen aus der Gemeinde hervor, darunter eine Generaloberin der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter sowie mehrere Barmherzige Brüder.
In den siebziger Jahren urteilte ein Dekan: „Der religiöse Sinn ist aus der Tradition heraus noch lebendig.“ Dieses Wort gilt – wenn auch unter veränderten Vorzeichen – in gewissem Maße bis heute.
Heute besuchen etwa 20 Prozent der Katholiken im Kehlbachgrund regelmäßig den Gottesdienst. Im Vergleich zu vielen anderen Regionen ist dies weiterhin beachtlich. Ehrenamtliche engagieren sich mit großem Einsatz für das kirchliche Leben, unterstützt von Pfarrer i. R. Udo Zettelmeier.
Wie schon zur Zeit Karls des Großen oder während des Dreißigjährigen Krieges befindet sich der Sitz des leitenden Pfarrers gegenwärtig wieder in Staffelstein – was zweifellos ein Krisenphänomen ist.
Doch wie in früheren Krisenzeiten darf auch heute darauf vertraut werden, dass das Gemeindeleben in Kleukheim weiterbestehen wird – wenn auch in anderer Gestalt als bisher gewohnt.
© Ausgearbeitet und vorgetragen von Domkapitular Dr. Norbert Jung